Corrigé d’oral d’allemand Corrigé d’oral d’allemand
Article d’oral d’allemand donné à Rennes School of Business Pour télécharger le sujet : Sujet allemand 2017 Attention : – Le texte suivant est une proposition... Corrigé d’oral d’allemand

Article d’oral d’allemand donné à Rennes School of Business

Pour télécharger le sujet : Sujet allemand 2017

Attention :

– Le texte suivant est une proposition de corrigé ne prenant pas en compte la partie échange de l’épreuve. Il est destiné à montrer les attentes d’un jury quant au commentaire détaillé d’un texte à l’oral.

– Rappelons par ailleurs que les candidats ne disposent pas de brouillon. Ils sont autorisés à prendre des notes entre les lignes du texte afin de faciliter leur prise de parole mais ne doivent en aucun cas lire ce qu’ils auraient rédigé.

 

Enjeux

Nach jahrelangen Debatten wurde im Januar 2015 ein flächendeckender Mindestlohn von 8,5 € pro Stunde in Deutschland eingeführt. Ein Jahr später ziehen viele Bilanz, etwa der Norddeutsche Rundfunk im vorliegenden Text, der zuerst die Meinung verschiedener Akteure darstellt und dann das Beispiel eines ostdeutschen Bäckers anführt.

Bis 2015 war der Mindestlohn branchenbedingt. Die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns, d.h. eines einheitlichen Mindestlohns für Ost- und Westdeutschland und in allen Branchen, stand ganz oben auf der Prioritätenliste des Koalitionsvertrags. Doch nicht alle waren ursprünglich von dieser Idee begeistert. Die große Angst war eben, dass der Mindestlohn zum „Jobkiller“ wird, d.h. Hunderttausende Arbeitsplätze abschaffen könnte.

Ein Jahr nach der Einführung des Mindestlohns muss man jedoch feststellen, dass es nicht dazu gekommen ist. Deutschland hatte nämlich nie so wenige Arbeitslose in den letzten 24 Jahren.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund, der die Idee immer verteidigt hatte, freut sich selbstverständlich über diesen Erfolg. Überraschender ist aber die Reaktion derjenigen, die vor dieser angeblich gefährlichen Maßnahme gewarnt hatten, wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln, das heute einräumen muss, dass die Einführung des Mindestlohns nicht die befürchtete Katastrophe verursacht hat. Im Gegenteil blüht der deutsche Arbeitsmarkt.

Es wäre aber falsch, diese Problematik auf einen Kampf der Gewerkschaften gegen die Arbeitgeber zu beschränken. Das sehen wir am Beispiel eines Bäckers in Mecklenburg-Vorpommern. Dort war die Angst vor dem schon erwähnten „Jobkiller“ besonders groß, da die Löhne in den neuen Bundesländern heute noch deutlich unter dem Westniveau liegen. Der Mindestlohn zwang die dortigen Unternehmen also zu größeren Lohnerhöhungen als im Westen und manche befürchteten daher mehr finanzielle Schwierigkeiten und somit auch mehr Arbeitsplatzverluste. Im Fall dieses Bäckers geht es um 15 000 € mehr monatliche Lohnkosten. Anstatt schon im Voraus Arbeitsplätze zu streichen, entschied er sich aber dafür, sein Wirtschaftsmodell umzustrukturieren; er ging das Risiko einer Preiserhöhung ein und setzte damit auf die Qualität seiner Produkte gegen die Konkurrenz. Seine Kundschaft hat mitgemacht und nach dem ersten Jahr ist die Bilanz eindeutig positiv: Die Arbeitsplätze wurden geschont, dazu kann er es sich sogar leisten, den Lohn einiger Angestellten zu erhöhen.

Der Text zeigt also, dass der Mindestlohn sich nicht so negativ auf die deutsche Wirtschaft ausgewirkt hat, wie manche vor seiner Einführung prophezeit hatten.

Deshalb würde ich für diesen Artikel folgenden Titel vorschlagen: Die deutsche Wirtschaft hat den Mindestlohn doch verkraftet.

 

Commentaire

Nun gehört Deutschland zu den 22 europäischen Ländern mit einem gesetzlichen Mindestlohn. Jetzt wollen wir untersuchen, welche Fragen diese Maßnahme aufwirft und was sie uns über die deutsche Gesellschaft verrät.

Es wird noch eine Weile dauern, bis der Mindestlohn tatsächlich für alle gilt. Es gibt ja heute noch Ausnahmen. Manche Praktikanten etwa, so wie auch Azubis haben keinen Anspruch darauf. Dazu sollen erst Ende 2017 alle Branchen betroffen sein. Eine ehrliche und komplette Bilanz darf also nicht vor 2018 gezogen werden.

In den zwei Jahren nach dem Inkrafttreten des Gesetzes sind übrigens eine knappe Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, was das Gesetz ja nicht voraussehen konnte, so dass heftige Debatten darüber entstanden sind, ob der Mindestlohn auch für sie gelten soll. Diese Frage bleibt bis heute noch offen.

Um den Erfolg dieser Maßnahme zu erklären, wird oft die Sorgfalt hervorgehoben, mit der sie vorbereitet wurde. Der Mindestlohn sei nach Experten genau dosiert und zwar nicht hoch genug, um die Arbeitsplätze zu gefährden, wie die guten Zahlen des Arbeitsmarkts zeigen.

Doch die Gegner des Projekts hatten nicht nur Angst vor Arbeitsplatzverlusten, sondern auch vor einem möglichen Preisanstieg. Das Beispiel unseres Bäckers im Text beweist, dass es hier und da der Fall sein kann, aber die befürchtete Inflation bleibt aus.

Manche bedauern sogar eine zu schüchterne Maßnahme und meinen, der Mindestlohn habe aber wenig geändert. 8,5 € die Stunde seien also nicht genug. So fordert die Partei Die Linke einen Mindestlohn von 10 € pro Stunde.

Das Gesetz sieht aber vor, dass die Höhe des Mindestlohns alle zwei Jahre angepasst werden soll. Im Januar 2017 wurde er z.B. auf 8,84 € pro Stunde erhöht, aber im Falle einer Wirtschaftskrise könnte er theoretisch auch sinken, so dass diese Maßnahme auf keinen Fall die deutsche Wirtschaft beeinträchtigen darf.

Die gute Gesundheit der deutschen Wirtschaft beruht ja auf anderen Kriterien, wie die Stärke ihres Mittelstands oder die Investitionen in die Forschung. Seit der Wiedervereinigung versucht also Deutschland, so gut es kann, sein Wirtschaftsmodell den neuen Herausforderungen eines globalisierten Welthandels anzupassen. Die Agenda 2010 und die Hartz-Reformen des Bundeskanzlers Schröder wurden als Schritt in diese Richtung vorgestellt. Ob sie dem guten Zustand der deutschen Wirtschaft zugrunde liegen, ist z.Z. ein beliebter Streitpunkt in der deutschen Presse.

Die Einführung des flächendeckenden Mindestlohns ist übrigens ein weiteres Zeichen dafür, dass der lange Prozess der Wiedervereinigung, der zwar noch nicht zu Ende ist, doch weitergeführt wird. Als Beispiel kann man das Rentenniveau der Ostdeutschen nennen, das 2017 bei 96 % des Rentenniveaus der Westdeutschen liegt. 30 Jahre wird Deutschland gebraucht haben, um den Unterschied in diesem Bereich auszugleichen.

Zum Schluss möchte ich auf folgendes Paradox aufmerksam machen: Über den Mindestlohn wurde vor seiner Einführung leidenschaftlich debattiert. Seit er da ist, wird kaum mehr darüber gesprochen.

 

Mehdi Cornilliet Fondateur

20 ans, étudiant à HEC, ancien étudiant au Lycée La Bruyère (Versailles) et fondateur de Major-Prépa.

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